Wie fange ich an mit gebisslosem Reiten?

Wie beginne ich mit dem gebisslosen Reiten?

Gebisslos zu reiten ist eine wunderbare Möglichkeit, die Kommunikation mit deinem Pferd auf eine neue, feinfühlige Ebene zu bringen. Viele Reiter, die den Wechsel zum gebisslosen Reiten wagen, berichten von einem harmonischeren Zusammenspiel und mehr Freiheit für das Pferd. Aber wie fängt man an? Welche Schritte sind wichtig, um deinem Pferd und dir diesen Übergang so angenehm und erfolgreich wie möglich zu gestalten? Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die dir hilft, sicher und entspannt in die Welt des gebisslosen Reitens einzutauchen.

1. Die richtige Ausrüstung auswählen

Ein gebissloses Zaumzeug sollte deinem Pferd gut passen und so gestaltet sein, dass es weder auf empfindlichen Nervenbahnen noch auf Knochen oder empfindlichen Stellen drückt. Es gibt verschiedene Varianten – vom Sidepull über den Kappzaum bis hin zur Hackamore. Überlege, welches Modell zu den Ansprüchen deines Pferdes und deines Reitstils passt. Besonders wichtig ist, dass du auf eine anatomische Passform achtest, die den Nacken und die Nervenbahnen deines Pferdes schont.

2. Losgelassenheit als Basis

Der Schlüssel zum gebisslosen Reiten liegt in der Losgelassenheit – sowohl bei dir als auch bei deinem Pferd. Damit dein Pferd sich auf die Zügelhilfen konzentrieren und sie richtig interpretieren kann, ist es wichtig, dass es im Kopf und Körper entspannt ist. Ein Pferd, das losgelassen ist, kann freier atmen, schlucken und lecken, was zu einem ruhigen und konzentrierten Verhalten beiträgt. Arbeite an der Entspannung deines Pferdes, indem du einfache Übungen wie Vorwärts-Abwärts und Übergänge nutzt.

3. Erste Schritte im Schritt

Beginne das gebisslose Reiten in einer ruhigen, vertrauten Umgebung, am besten auf dem Reitplatz oder in der Halle. Gewöhne dein Pferd langsam an das neue Gefühl, indem du zunächst im Schritt arbeitest. Teste vorsichtig, wie es auf deine Zügelhilfen reagiert. Oft kann es helfen, Balancezügel zu nutzen, die eine feine, indirekte Einwirkung ermöglichen und deinem Pferd Sicherheit geben.

4. Kommunikation über den Sitz

Ohne Gebiss ist es umso wichtiger, dass du dein Pferd vor allem über den Sitz reitest. Deine Zügelhilfen sollten immer leicht und ohne Druck erfolgen. Arbeite daran, dein Pferd mit dem Sitz zu lenken und ihm über eine feine, balancierte Haltung zu vermitteln, was du möchtest. Denke daran, dass deine Körpersprache und dein Gleichgewicht jetzt eine noch größere Rolle spielen.

5. Geduld und positive Verstärkung

Jedes Pferd reagiert anders auf die Umstellung. Manche Pferde verstehen sehr schnell, andere brauchen etwas länger, um sich an das gebisslose Zaumzeug zu gewöhnen. Geduld ist hier das A und O. Arbeite stets in kleinen, motivierenden Schritten und lobe dein Pferd für jeden Fortschritt. Positive Verstärkung kann helfen, das Vertrauen zu stärken und die Freude an der Arbeit ohne Gebiss zu fördern.

6. Feinheiten und Übergänge

Sobald dein Pferd im Schritt ruhig und losgelassen ist, kannst du beginnen, Übergänge und später auch Trab und Galopp zu integrieren. Achte darauf, dass dein Pferd die Hilfen gut versteht und nicht verwirrt ist. Gib ihm die Zeit, die es braucht, um sich an die neuen Signale zu gewöhnen, und baue nach und nach komplexere Lektionen ein.

Warum gebisslos?

Gebisslos zu reiten ist nicht nur eine Erleichterung für dein Pferd, sondern auch eine Bereicherung für eure gemeinsame Arbeit. Es fordert dich als Reiter, deine Hilfen zu verfeinern und intensiver auf die Signale deines Pferdes zu achten. Mit der Zeit kann dies zu einer noch tieferen Verbindung führen und die Kommunikation zwischen dir und deinem Pferd auf ein neues Level heben.

Fazit: Der Wechsel zum gebisslosen Reiten ist eine spannende Reise, die Geduld, Einfühlungsvermögen und Vertrauen erfordert. Doch wer diesen Weg geht, wird mit einer harmonischen und respektvollen Verbindung zu seinem Pferd belohnt.

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Foto Yvonne Voß

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